Andachten und Gralsfeiern

Als besondere Hilfe zur Verinnerlichung an Sonn- und Feiertagen dienen Stunden gemeinsamer Gottverehrung, die in eigens dafür bestimmten Räumlichkeiten stattfinden. Von Musik umrahmt, wird ein Vortrag aus der Gralsbotschaft gelesen. Der Lesung folgt ein Gebet, das Abd-ru-shin gegeben hat. Diese kurzen, meist sonntäglichen Andachten betrachten viele als den Höhepunkt ihres wöchentlichen Lebens.

Abd-ru-shin sagte über den Sinn der Andacht:

„Vor allen Dingen nützet die gemeinsamen Zusammenkünfte als die Stunden weihevoller Gottverehrung. Gottesdienst aber zeigt in dem ganzen Wirken Eures Seins, im Leben selbst; denn damit sollt Ihr Eurem Schöpfer dienen, dankbar, jubelnd für die Gnade, sein zu dürfen!

Macht alles, was Ihr denkt und tut, zu einem Gottesdienen! Dann wird es Euch den Frieden bringen, den Ihr Euch ersehnt.“

  • Gralsbotschaft Band III – Vortrag „Weihnachten“

Außer Andachten setzte Abd-ru-shin drei Gralsfeiern ein.

Der 30. Mai eines jeden Jahres ist das Fest der Heiligen Taube. Dieses Fest steht in engem Zusammenhang mit dem Pfingstgeschehen, besonders jedoch mit dem Wirken des Heiligen Grales und des Heiligen Geistes. Die Taube ist das sichtbare Zeichen des Heiligen Geistes, des Willens Gottes. Abd-ru-shin erklärte, daß der aus zahlreichen Sagen und Legenden bekannte „Gral“ und die „Gralsburg“ tatsächlich bestehen, allerdings nicht als irdisches Gefäß beziehungsweise Bauwerk, sondern als Ausgangspunkt des gewaltigen Schöpfungswerkes.

„Das Pfingstfest nun gilt den Christen als Erinnerung an diesen Vorgang, ohne daß sie eine Ahnung davon haben, daß tatsächlich in dieser ungefähren Zeit jedesmal der Tag der Heiligen Taube in der Gralsburg ist, das heißt, der Tag der Krafterneuerung für die Schöpfung durch den Heiligen Geist! Natürlich nicht immer genau an dem auf Erden dafür errechneten Pfingstfeiertage, wohl aber zu dessen ungefährer Zeit.“

  • Gralsbotschaft Band II – Vortrag „Ausgiessung des Heiliges Geistes“

Am 7. September eines jeden Jahres wird das Fest der Reinen Lilie gefeiert. Dieses Fest soll in besonderer Weise an ein Gebot der Gralsbotschaft gemahnen, ohne dessen Befolgung ein geistiger Aufstieg unmöglich ist:

„Haltet den Herd Eurer Gedanken rein, Ihr stiftet damit Frieden und seid glücklich!“

  • Gralsbotschaft Band I – Vortrag „Erwachet!“

In umfassendem Sinn Reinheit anzustreben – deren Symbol die Lilie ist –, gehört zu den Aufgaben jedes Menschen, der im Sinne der Gralsbotschaft zu leben sich bemüht.

Den Frauen wird an diesem Tag ein besonderer Segen zuteil.

Der 29. Dezember ist das Fest des Strahlenden Sternes. Es steht in engem Zusammenhang mit der Geburt Jesu‘, die einst vom Erstrahlen des Bethlehemsternes begleitet war, und dessen Mission, die darin lag, der Menschheit in seiner Botschaft der Liebe die Wahrheit zu bringen.

Wie einst durch die Geburt des Gottessohnes Jesus auf die Erde, so wird auch an diesem Tag ein Strahl der Gottesliebe gesendet, zur Hilfe für uns Menschen.

Das Fest des Strahlenden Sternes wird daher auch das Fest der Rose genannt, weil diese das Symbol der Liebe ist.

„Und wo die wahre Reinheit ist, kann auch die echte Liebe Einzug halten; denn die Gottesliebe wirkt im Strahl der Reinheit. Der Strahl der Reinheit ist ihr Weg, auf dem sie schreitet. Sie wäre nicht imstande, einen anderen zu gehen.

Wer nicht den Strahl der Reinheit in sich aufgenommen hat, zu dem kann sich niemals der Strahl der Gottesliebe finden!“

  • Gralsbotschaft Band I – Vortrag „Kindlichkeit“

Abgesehen von diesen drei hohen Festtagen finden Gralsfeiern auch zu anderen Zeiten in vielen Ländern statt.